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Wann sollten Quarter Horses oder deren verwandten Rassen angeritten werden???
Das Anreiten dürfte der wohl wichtigste Einschnitt im Leben eines jungen Pferdes sein, sozusagen die Basis für die zukünftige "Leistungskarriere". Mit der Vorbereitung und Unterstützung seines Pferdes als zukünftiges Reittier kann vom Besitzer früh begonnen werden. So ist bereits eine artgerechte Fohlenaufzucht für die spätere Arbeit unter dem Sattel äußerst hilfreich. Hierbei ist Geduld, auch im Sinne von "Zeithaben", die wichtigste Voraussetzung.
Das liebevoll aufgezogene Jungpferd selbst Anzureiten, das trauen sich die meisten Freizeitreiter nicht zu. Es ist zwar in der Herde aufgewachsen, umgänglich und vertrauensvoll und auch den Sattel duldet es schon brav auf seinem Rücken - aber das eigentliche Anreiten, das soll doch ein Profi übernehmen.
Es gibt - wie überall im Leben - zu diesem häufig umstrittenen und viel diskutierten Thema unterschiedliche Meinungen. Beides - das Selbstanreiten und das Anreitenlassen - hat seine Vor- und Nachteile, die jeder Pferdebesitzer für sich selbst abwägen sollte.
Um euch bei der Meinungsbildung ein wenig behilflich zu sein, stellen wir im folgenden die Ansichten einiger bekannter Turnierreiter/Trainer zu diesem Thema vor:
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Wann anreiten ?
Ich reite meine Jungpferde zweijährig im Sommer an. Sie werden bis um nächsten Januar ca. 30 - 40 mal geritten - mehr Zeit habe ich sowieso um diese Jahreszeit nicht für die Jungpferde.
Ich bin der Überzeugung, daß es schonender für die Jungpferde ist, wenn man rechtzeitig anfängt, dann kann man sich Zeit lassen und sie langsam aufbauen. Ältere Pferde muß man meist mehr reiten, weil sie stärker sind und oft mehr Widerstand leisten und dann verschleißen diese Pferde schneller, weil man sie einfach länger reiten muß.
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Wie reiten Sie Ihre Pferde an ?
Ich arbeite kaum im Round Pen. Beim ersten Satteln werden sie kurz longiert und dann setze ich mich sehr bald auf die jungen Pferde und reite sie zunächst nur 5 - 10 Minuten. Nach ca. 5x Reiten gehe ich raus ins Gelände oder auf die Wiese und reite sie dort viel geradeaus.
Nach dem Reiten lasse ich sie noch ca. eine halbe bis eine Stunde mit Sattel angebunden stehen, damit sie sich daran gewöhnen.
Weitere Infos zur Person und zum Programm unter http://www.lqh.de/
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Wann anreiten?
Bei meinen eigenen Pferden beginne ich im Alter von etwa 30 Monaten. Sie durchlaufen dann ein 60 Tage Programm bis etwa Weihnachten. Das 60 Tage Training ist sehr leichte Arbeit, etwa 15 min, 4 -5 x in der Woche und nur wenig Galopp! Zieht man von den 60 Tagen 2 Wochen für die Bodenarbeit ab, dann waren sie nach den 60 Tagen insgesamt etwa 7 -8 Std. unterm Sattel ! Danach können sie in der Regel Zirkel in allen Gangarten laufen, Anhalten und Rückwärts gehen. Dann bekommen sie etwa ein Quartal Pause und werden im Frühjahr mit 3 J. weiter trainiert.
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Soll ein Pferd jedoch für die Futurity vorbereitet werden, ist das Anreiten mit 3 auf jeden Fall zu spät, da die Zeit natürlich nicht reicht, um das Pferd konkurrenzfähig auszubilden! Die meisten Futurity Pferde kommen von den Kunden im Sommer im Alter von etwa 24 -28 Monaten zu uns und werden ca. 60 -90 Tage geritten. Hat das Pferd entsprechendes Talent, wird es von den jeweiligen spezialisierten Reinigtrainern bis zur Futurity ohne Pause durchgeritten. Auch bin ich dafür, Hengstanwärter anzureiten bevor sie "stark" werden. Es ist immer schlecht wen man einen Hengst schon strafen muß, obwohl er noch nicht einmal Vertrauen zum Reiter hat. Denn meistens sind die Hengste mit zwei noch nicht so hengstig.
Für den "normalen" Pferdeeigentümer, der nicht an dem NRHA Futurity Programm interessiert ist, reicht es sicherlich, wenn das Pferd mit 3 angeritten wird! Ein Anreiten mit 24 oder sogar mit 18 Monaten wie es in den USA üblich ist lehne ich grundsätzlich ab. Nicht alles, was über den großen Teich schwappt, ist nachahmenswert. Auch wenn es von den Heros kommt, denen wir alle nacheifern!
Wie reiten Sie Ihre Pferde an?
Ich beginne natürlich im Roundpen mit Bodenarbeit. Das Pferd sollte hier erst mal lernen im Kreis zu laufen, zu weichen und zu kommen. Auch wird es hier ausgesackt! Nachdem es an den Sattel gewöhnt wird, wird es an das Reitergewicht gewöhnt (ein passiver Reiter wird im Roundpen longiert).
Bekomme ich jedoch einen "Wildfang" ( Ängstliches Jungpferd ohne Vorarbeit ) ins Training, benutze ich gerne meinen alten Ranchwallach zum Anreiten. Das zweite Pferd im Roundpen gibt dem Jungen Sicherheit, bis ich sicher im Sattel sitze.
Während das Pferd an den Reiter gewöhnt wird, wird es in der Doppellonge gefahren. Das Fahren ist für mich eines der wichtigsten Dinge, da das Pferd hierbei die Bedeutung des Wortes "Whow" lernt. Auch lernt es hierbei das Rückwärts gehen. Wen ich dann das erste mal selber aktiv reite können meine Jungen in der Regel schon sehr gut Anhalten und problemlos Rückwärts gehen. In den folgenden Tagen 2-3 Woche lernt es im Roundpen in den Drei Gangarten zu gehen. In dieser Zeit möchte ich "Zufriedenheit in den Gangarten" erreichen. Hierbei reite ich am langen Zügel. Hat das Pferd Vertrauen zum Reiter reite ich in der Bahn und achte darauf schon bald von der Bande wegzukommen um dem Pferd das gerade laufen zu lehren. In dieser Phase ist die Dauer einer Trainingseinheit etwa 15-20 min 4-5 mal pro Woche.
Ist das Pferd dann lenkbar, galoppiert auf beiden Seiten und Stoppt schon ein wenig gehe ich für eine Woche ( im zweiten Monat) nochmals zurück in den Roundpen um es Ausgebunden zu longieren. Jetzt soll es lernen im Genick nachzugeben und im Maul weich zu werden.
Im letzten Teil der Grundausbildung ( 3 -4 Monat) verfeinere ich die Gymnastik von Schulter, Mittelhand und Hüfte.
Zwischen den Trainingseinheiten achte ich sehr darauf regelmäßig ins Gelände zu gehen um am Nervenkostüm des Pferdes zu arbeiten. Den das wichtigste für ein gutes Westernpferd sind die Nerven! Und die sind ebenfalls zu trainieren! Deshalb rate ich den Eigentümern immer, ab und zu mit den rohen mal spazieren zu gehen und ihnen alles zu zeigen. Abschließend wäre zu sagen, dass mein komplettes Basisprogramm etwa 3 - 4 Monate dauert und das es Pferde gibt, die nach 60 Tagen sehr gut sind, und andere nach 160 Tagen nur durchschnittlich.
Weitere Infos zur Person und zum Programm unter www.starting-colts.de
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Wann anreiten?
Grundsätzlich reite ich Pferde erst mit 3 Jahren an. Bei einigen Pferderassen (einige Ponyrassen, oder z.B. Araber) sollte es erst mit 3,5 - 4 Jahren gemacht werden, da sie Spätentwickler sind und sie in ihrer körperlichen Entwicklung dann soweit sind, daß sie keine Folgeschäden zurückhalten. (Rückenprobleme, Spat).
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Wie reiten Sie Ihre Pferde an?
Grundsätzlich aber beginne ich früher als 3 Jährig mit der Arbeit. Roundpen-, Boden- und Erziehungsarbeit sollte schon im Vorfeld ab ca. 2,5 Jahren gemacht werden. Bis zu diesem Alter bin ich zufrieden, wenn die Jungpferde halfter- und schmiedefromm sind, sich führen lassen, ruhig und gehorsam am Putzplatz stehen... und sich ansonsten ihres Lebens in der Herde erfreuen, dort ihre soziale Prägung und Erziehung erhalten.
Freie Arbeit im Roundpen, Bodenarbeit in Steuerungs-, Überschreit- und Schreckhindernisse können auch das junge Pferd frühzeitig auf das was danach kommt - Arbeit an Longe/Doppellonge, Gebiß- und Sattelgewöhnung und das Anreiten - vorbereiten, so daß es schon gelernt hat sich zu konzentrieren, dem Menschen zu vertrauen und ihn zu verstehen. Hierdurch verliert das Pferd die Scheu vor unbekannten Situationen, Rodeo wird vermieden, das Pferd wird schonend an alles bevorstehende herangeführt. Ich gewöhne Jungpferde beispielsweise ans Snaffle, reite aber grundsätzlich gebißlos mit Sidepull an und steige um auf Snaffle, sobald das Pferd den Gewichtshilfen mehr folgt als den Zügelhilfen.
Diese Arbeit wird mit einbezogen, wenn wir ein absolut rohes Pferd zum Anreiten bekommen. Von den Besitzern der Pferde wird aber oftmals schon Arbeit vorweg geleistet. Hierbei sollte vom Besitzer darauf geachtet werden, daß der ausgesuchte Trainer Ihnen im Vorfeld Tipps gibt, damit die Arbeit einheitlich ist und das Pferd nicht später mit anderen Ausbildungsmethoden konfrontiert wird. Am liebsten sind mir Jungpferde, mit denen nicht viel gemacht wurde .... denn dann wurde auch nichts falsch gemacht. Es ist schade, wenn ein Pferd vor oder während des Anreitens schon korrigiert werden muß.
Grundsätzlich brauchen wir für die Grundausbildung ( GGA, Back up, Vorderhand- und Hinterhandwendung, Seitengänge ) ca. 3 Monate, wobei der Ausbildungserfolg von Pferd zu Pferd verschieden ist. Manche stoppen wunderbar schon beim ersten Versuch, manche brauchen länger. Eininge sind von ihren körperlichen Voraussetzungen ( zu wenig Bewegungshaltung innerhalb der Aufzucht ) so schlecht bemuskelt und konditioniert, daß ihnen erstmal ein täglicher Aufenthalt in der Freiführanlage verordnet wird um schonend aufzubauen, denn ein solches Pferd kann ich mit dem Reitergewicht gar nicht belasten. Da ist der Sattel schon
zuviel.
Nun, man kann diese Fragen nicht pauschal beantworten. Es ist ein umfassendes Thema, dem ich große Wichtigkeit beimesse, denn die Grundausbildung des Pferdes ist der Grundstein seiner gesamten Laufbahn. Hiermit meine ich nicht nur die Laufbahn als Turnierpferd, sondern auch die Harmonie zwischen Pferd und Reiter im Freizeitbereich.
Weitere Infos zur Person und zum Programm unter http://www.malefinkbachhof.de/
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Der aufmerksame, erfahrene Trainer wird bei seiner Arbeit den Charakter und die Eignung seines "Schülers" mit berücksichtigen, denn - wie bei Menschen auch - ist nicht jedes Pferd wie das andere. So gibt es Intelligenz-, Leistungs- und Belastungsunterschiede, ebenso wie es eifrige, faule, wehleidige oder gar hysterische Pferde gibt.
Wir hoffen, euch in eurer Entscheidungsfindung ein wenig geholfen zu haben. Für diejenigen unter euch, die ihr Pferd selbst ausbilden und nur noch ein paar Tipps und Tricks benötigen, oder einfach noch mehr Informationen zu diesem Thema suchen, empfehlen wir folgende Bücher, die ihr direkt mit einem Klick auf das jeweilige Bild bei unserem Partner Amazon.de bestellen könnt:
Dieser Bericht wurde verfaßt von

Unser Dank geht an Petra Roth-Leckebusch
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