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Nährstoffe, Spurenelemente und Vitamine


Was ist im Futter enthalten und was benötigt mein Pferd

 

Grundsätzlich gilt, daß es keine Faustformel für die richtige Ernährung eines Pferdes gibt. Es spielt immer eine Rolle, wie das Pferd belastet wird ( lange und intensive Belastung wie beim Distanzreiten, kurze intensive Belastung wie beim durchschnittlichen Turniereiter oder einfach nur Freizeit mäßig? ) , wie es auf Futterzufuhr reagiert ( ist es leicht oder schwer futtrig? ), Futterqualität ect.... . Es gilt immer, halten sie ihr Pferd im Blick und reagieren sie, wie es die Situation verlangt.

Grundsätzliches:

Durch Training wird die Fähigkeit der einzelnen Organe ( Förderung der Durchblutung, Auf- und Abbau von Muskeln und Masse und die Speicherfähigkeit ) reguliert. Die im Muskel umgesetzte Energie sollte hauptsächlich durch Glucose stammen. Die bei der Muskelkontraktion umgesetzte Energie wird durch energiereiche Phosphate, Creatinphosphat oder ATP ( Adenosintriphospaht )bereitgestellt. Die Energei von Fetten und Kohlenhydrathen wird bis zu 44% in energiereiche Phospahte umgesetzt, aber die Eiweißenergie nur zu 29%. Im Durchschnitt kann man mit einer 25-30%igen Ausbeute rechenen. Nur bei dem Aufbau von zusätzlicher Muskelmasse, wie beim Jungpferd, Pferden in der Turniervorberitung ) ist eine Zufuhr von zusätzlichem Eiweiß sinnvoll, da jede zusätzliche Belastung durch Eiweiß, Einfluß auf den Stoffwechsel und der Leben und der Niere hat. Bei jeder zusätzlichen Belastung durch Futter, sowie anderer Elemente, wie z.B. Streß, erhöhtes Training ect., sollte auch auf eine erhöhte Zufuhr von Vitaminen, Mineralstoffe uns Spurenelementen geachtet werden. Es gilt:

  • für die Blutbildung: Zufuhr von Eisen, Kupfer, Folsäure, Vitamin B6, B12
  • für die Herz- und Kreisöauffunktion: Zufuhr von Vitamin E, Natrium, Chlor
  • für das Skelett: Zufuhr von Calcium, Phosphor, Vitamin D
  • für die Intensität der Muskelfasern: Zufuhr von Vitamin E, Selen

Energieumsatz: Zufuhr von Vitamin B1, B12, Pantothensäure, Niktionsäure, Magnesium

Der Eiweißgehalt sollte in der Relation von verdaulichem Rohprotein zu verdaulicher Energie niemals das Verhältnis 5:1 überschreiten.

Mineralstoffe und deren Bedeutung

Mengenelement

Funktion

Mangelsymtom

Ursache

Kalzium (Ca)

Skelettaufbau, Nervenimpulse

Rachitis, Erschöpfung

Hafer und schlechtes Heu

Phophor (P)

Muskelarbeit, Zellteilung

Erschöpfung, Skelettmängel

schlechtes Heu

Magnesium (Mg)

Übertragung der Nervenimpulse

Störung der Nervenfunktion

junges Gras

 

 

Spurenelemente und deren Bedeutung

Mengenelement

Funktion

Mangelsymtom

Ursache

Eisen (Fe)

Blutbildung

Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust

Blutverlust, Darmparasiten

Zink (Zn)

Schutz der Haut, Hormonbildung

Borkige Haut, brüchige Haare

zuviel Kalzium

Selen (Se)

Stoffwechsel

Muskelkrämpfe

saurer Boden

 

 

Futtermittel und deren Inhalt 

 

FS

TS

Rfr

Ca

P

Ca:P

DP

DE

 

kg

kg

g

g

g

 

g

MJ

Grünfutter

1

0,17

36

1,7

0,7

2,4:1

20,0

2,10

Heu

1

0,86

269

4,3

2,6

1,7:1

54,0

8,0

Heucobs

1

0,92

227

10,0

4,7

2,1:1

60,0

9,5

Silage

1

0,35

103

2,0

0,8

1,5:1

32,0

3,60

Mohrrüben

1

0,11

10

0,4

0,3

1,3:1

9,0

1,66

Trockenschnitzel

1

0,9

186

6,8

1,0

6,8:1

51,0

11,80

Maissilage

1

0,32

78

1,0

0,8

1,3:1

15,0

3,43

Hafer

1

0,88

99

1,1

3,2

0,3:1

85

11,52

Weiszenkleie

1

0,88

118

1,3

11,8

0,1:1

105,0

9,71

Gerste

1

0,88

50

0,6

3,4

0,2:1

87,0

12,84

Mais

1

0,88

23

0,4

2,8

0,1:1

64,0

13,59

Müsli-Mischfutter *2

1

1,0

150

18,0

6,0

3,0:1

70,0

10,5

Mischfutter *4

1

1,0

90

9,0

3,5

2,6:1

70,0

14,0

Reformhafer

1

1,0

150

13,0

3,0

4,3:1

74,0

10,20

 

*2= Ergänzungsfutter als Teilhaferersatz, *4=Ergänzungsfutter als Haferersatz, komplett mineralisiert

FS= Frischsubstanz  TS=Trockensubstanz  Rfr=Rohfaser  Ca=Kalzium  P=Phosphor  Ca:P= Verhältnis Kalzium/Phosphor

DP= verdauliches Eiweiß  DE=verdauliche Energie

 

Fettllösliche Vitamine 

Vitamin

Vorkommen

Wirkung

Magelerscheinung

Vitamin A

Provitamin Carotin in Grünfutter, Heu, Mohrrüben, Obst

Sehvermögen, anitiinfektiös

Anfälligkeit für Krankheiten

Vitamin D

 Provitamin in Grünfutter, Bildung durch UV / Sonne

Knochenbildung

Knochenerkrankung

Vitamin E

Grünfutter, Heu, Weizenkleie, pflanz.Öle

Stoffwechselbeeinflussung

Herz/Kreislaufschwäche, Muskelschwund

Vitamin K

Grünfutter, Mais, Heu

Blutgerinnung

gestörte Blutgerinnung, Blutarmut

 

 

Wasserlösliche Vitamine 

Vitamin

Vorkommen

Wirkung

Magelerscheinung

Vitamin B1

Hefe, Grünfutter, Heu, Kleie

Kohlenhydratstoffwechsel

Nervostität, Herzschaäden, Bewegungsstörung

Vitamin B2

wie oben

Zellatmung, Stoffwechsel,

Haut- und Hornschäden

Vitamin B6

Hefe, Grünfutter, Getreide

Aminosäurenstoffwechsel

Hautentzündung

Vitamin B12

Futter tierischer Herkunft (Milche)

mit Kobalt - Blutbildung

Wachstumsverzögerung

 

Sonstige Vitamine 

Substanz

Vitamin

Vorkommen

Wirkung

Mangelerscheinung

Pantothensäure

B3

Grünfutter, Getreide

Hautstoffwechsel

Haut und Darmstörung

Cholin

B4

Getreide, Soja, Hefe

Fettstoffwechsel

gestörte Futterverwertung

Niacin, Nicotinsäure

B5

Grünfutter, Kleie, Hefe

Zellstoffwechsel

Hautentzündung

Ascorbinsäure

C

Grünfutter, Heu

Immunsystem

Anfälligkeit

Biotin

H

Grünfutter, Mohrrüben

Fettsärebildung

Haut und Horn

Folsäure

M

Grünfutter, Hefe

Zellteilung

Blutarmut

Westernreiten erfordert ein kraftvolles, robustes und muskulöses Pferd, deren Energiebedarf anders als bei vielen anderen Rassen oft etwas niedriger liegt, aber kurzfristig zur Verfügung stehen sollte. 

Hier sind einige meiner Lieblings Leckerlis mit

Vor- und Nachteilen bei der Fütterung

 

Äpfel

 

Äpfel sind ein tolles Belohnungsfutter und auch für die normalen Futterrationen als Beigabe geeignet. Pferde, die bei der Fütterung von Äpfeln zu Durchfall neigen, bekommen diese zusammen mit dem normalen Futter verabreicht, oder man schneidet die Äpfel vorher klein und verfüttert sie erst, wenn sie leicht braun sind.
Tip: Direkt zu Beginn des Reitens gebe man seinem Pferd ein Apfelschnittchen, das regt die Kautätigkeit an und selbst Pferde, die sonst nicht so leicht dazu zu bewegen sind auf dem Gebiß zu kauen, tun dies dann leichter.

 

Bananen

 

Die meisten Pferde lieben Bananen. Sie wirken stopfend und haben einen hohen Gehalt an Magnesium. Ab und an ist der Grund, warum ein Pferd nervös und hitzig ist, Magnesiummangel. Eine Banane am Tag wirkt sich hier beruhigend aus. Und allemal preiswerter als teure Magnesium-Medikamente. Natürlich freuen sich alle Pferde über eine tägliche Banane, oder zwei, allerdings: Schale bitte vorher entfernen, auch wenn sie sie mitfressen wollen!

 

Birnen

 

Mit Birnen sollte man im Gegenteil zu Äpfeln etwas vorsichtiger umgehen. Die Pferde fressen sie meist gern, doch größere Mengen können leicht Koliken auslösen. Eine einzelne Birne oder zwei schaden allerdings nicht und sind eine willkommene Abwechslung.

 

Bierhefe/ Treber


100g am Tag regulieren den Stoffwechsel und sorgen für Gute Darmflora. Eine Kur über einen Zeitraum von 3-6 Wochen zum Fellwechsel oder bei Futterumstellung sind sehr zu empfehlen.

 

 

Heu, Qualtität


Die Qualität von Heu testet man auf unterschiedliche Art und Weise. Der Geruch soll frisch und gut sein. Je grüner das Heu, desto besser die Qualität. Allerdings dürfen die Halme dabei nicht zu weich sein. Das testet man, indem man ein Büschel Heu nimmt und es eindreht. Dabei muß ein Großteil der Halme brechen. Pferdeheu sollte immer der erste Schnitt sein, der bis nach der Blüte auf dem Halm gestanden hat.
Wer selbst Heu macht, kann vor dem Pressen etwas Viehsalz dazwischenwerfen.( 1/2 kg auf 100kg Heu). Das Salz macht das Heu schmackhafter und vermindert die Gefahr der Pilzbildung.

 

 

Lebertran



Enthält große Mengen an Vitamin D und A. Pferde nehmen ihn nach kurzer Gewöhnung sehr gerne zu sich und er wirkt sich besonders bei im Wachstum stehenden Pferden, oder schlechten Futterverwertern positiv aus.
Tip: Bei Rehepferden, die kurz gehalten werden, ist Lebertran eine sinnvolle Ergänzung! 3-5 Eßlöffel täglich mit dem Futter sollten nicht überschritten werden.

 

Mash

 

Mash ist ein verdauungsförderndes Futtermittel, das gerne gefressen wird, weil man es warm verfüttert und es auch sehr gut verträglich ist. Es setzt gut an, sorgt für ein schönes Fell, gutes Hufhorn und wird auch von anfälligen Pferden gut vertragen (Koliker).

Mash kann man in fertigen Mischungen kaufen und einfach mit warmen oder heißem Wasser anrühren, oder man stellt es selbst her. Dafür kocht man pro Pferd 100g Leinsamen mindestens 20 Minuten lang in 1-2l Wasser. Das ist notwendig, um den hohen Blausäuregehalt der Leinsamen zu zerstören. Die fertig gekochten Leinsamen werden, wenn sie ein bißchen abgekühlt sind mit 1 kg Quetschhafer und 1/2 kg Weizenkleie gemischt. Notfalls mit kaltem Wasser zu einer gut durchgefeuchteten Masse machen. Das ganze wird lauwarm gefüttert. Wer seinem Pferd etwas Gutes tun will, kann noch Melasse dazugeben, oder Kräuter mit dem Leinsamen zusammen kochen. Brennessel, Kamille, Spitzwegerich etc. bieten sich hierfür an.

 Hafer

Der Hafer, über Jahrhunderte auch die wichtigste Nahrungsquelle des Menschen, ist und bleibt ein wichtiges Pferdefutter. Im Vergleich zu Mais und Gerste, die auch an Pferde verfüttert werden können, zeigt der Hafer seine besonderen Vorteile auf. Stärkegehalt und damit Energiegehalt sind zwar niedriger, doch die Haferverdauung ist beim Pferd immer besser. Schon die Haferkörner haben eine ideale Größe und Kaufestigkeit für Pferde. Das Quetschen des Hafers ist hierbei nicht von Vorteil, es sei denn die Pferde weisen bereits erhebliche Zahnschäden auf. Im Gegenteil, es ist gut für die Tiere, wenn sie zunächst einen intensiven Kauvorgang durchführen müssen. Für ein kg Hafer benötigen ausgewachsene Pferde gut 10 Minuten Futteraufnahmezeit und führen dabei ca. 830 Kauschläge durch. Mit seinem hohen Spelzenanteil liefert Hafer den Pferden zugleich auch einen wichtigen zusätzlichen Rohfasergehalt. Hafer ist reich an ungesättigten Fettsäuren und Schleimstoffen, was sich besonders positiv auf den Stoffwechsel der Tiere auswirken kann. So gelingt ein glänzendes Haarkleid, der Schutz der Darmschleimhaut und auch gute Fruchtbarkeit. Auch Eiweißmenge und Qualität reichen für fast alle Altersgruppen aus. Nur beim Absatzfohlen und bei säugenden Stuten empfiehlt sich die vorübergehende Zugabe eines Ergänzungsfuttermittels mit einem hohen Eiweißanteil.

Mineralstoffgehalt nicht optimal
Der Mineralstoffgehalt im Hafer zeigt allerdings für alle Pferde kein Optimum auf. Hafer ist vor allem sehr kalziumarm. Nur ein Gramm Kalzium findet sich im Mittel in einem kg Hafer. Mit ca. 3,2 g Phosphor pro kg Hafer wird im Durchschnitt dann ein Kalzium - Phosphor Verhältnis unter 1:1 erreicht, und das ist nicht gut für die Tiere. Für Pferde sollte das Kalzium - Phosphor Verhältnis bei 1,8 bis 2 zu 1 liegen. Liegt es darunter werden dem Skelett bereits Mineralien entzogen. Das ungünstige Kalzium - Phosphor Verhältnis wird auch durch Heuzugaben heute meist nicht mehr ausgeglichen. Hafer hat auch einen Mangel an den fettlöslichen Vitaminen A und D, ist natriumarm und enthält die Aminosäuren Lysin, obgleich hier im Vergleich zu allen anderen Getreidearten mit höchstem Gehalt, sowie Methionin, zumindest für Absatzfohlen meist in doch zu geringen Mengen. Für die praktische Pferdefütterung ergibt sich hieraus insgesamt die Konsequenz ein Mineralfutter bzw. im Winter ein vitaminisiertes Mineralfutter zu zugeben. Eine einseitige Hafer / Heufütterung könnte ansonsten langfristig doch zu Stoffwechselschäden führen. Überlagerter gequetschter Hafer wird leicht ranzig, dabei wird Vitamin E verbraucht. So kann das Haferquetschen durchaus einen Mangel an Vitamin E nach sich ziehen. Falls überhaupt, empfiehlt es sich daher immer nur wenige Tagesportionen vorzubereiten und diese zügig zu verbrauchen.

Pferde nicht überfüttern
Die insgesamt sehr gute Verdaulichkeit des Hafers im Dünndarm des Pferdes, das Quetschen bringt hier keinen deutlichen Vorteil, stößt allerdings auf Grenzen, wenn die Pferde zu viel Hafer erhalten haben. Durchfall und Krampfkoliken können sehr schnell auf eine Haferüberfütterung folgen, was sich dann meist auf einen zu hohen Stärkegehalt im Dünndarm zurückführen lässt. Kleinpferde sind hier besonders anfällig. Doch es gibt eine praxisbewährte Faustzahl, maximal ein Pfund Hafer pro 100 kg Lebendgewicht und Mahlzeit dürfen die Pferde erhalten. Wer die Möglichkeit hat, sollte die Pferde unbedingt wiegen lassen, das Lebendgewicht wird meist falsch eingeschätzt. Nur bei sehr hohem Energiebedarf, zum Beispiel bei Hochleistungspferden im Turniereinsatz, muss dann mit einem Ergänzungsfutter zugefüttert werden. Grundsätzlich müssen Pferde bei jedem Kraftfuttereinsatz regelmäßig bewegt bzw. belastet werden. Ist dies nicht möglich, so ist die Kraftfuttermenge auch zur Vermeidung von Kreuzverschlag, an den sogenannten Stehtagen deutlich zu reduzieren. Bei wiederholtem Kreuzverschlag ( RER und PSSM Gendefekt, häufiger bei Vollblut und Western Pferden) sollte allerdings jede Getreidefütterung bei den betroffenen Tieren eingestellt werden. Das Sprichwort – den sticht der Hafer - ist wohl auf die gute Verdaulichkeit und auf den Energieschub des Getreides zurückzuführen. Das es Pferde gibt, die auch bei korrekter Dosierung und ausreichender Belastung übernervös auf Hafergaben reagieren, wird in der Praxis häufig diskutiert. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass zuckerreiches Futter ( Kraftfutter, Getreide, Zucker) endogene Botenstoffe beim Pferd freisetzen kann, welche bei hohen Gaben übernervöses Verhalten bei hierfür besonders empfindsamen und weniger stressresistenten Pferden doch vermehrt auslösen können.
 
Die Qualität überprüfen
Für den Landwirt hat der Futterhafer niedrige Produktionskosten und einen guten Fruchtfolgewert. Trotzdem wurde der Haferanbau bei uns in den letzten Jahrzehnten um fast 30 Prozent reduziert. Nicht in jedem Jahr lässt sich Hafer von guter Futterqualität anbauen, was deutliche Unsicherheiten bei der Vermarktung nach sich zieht. Die Haferfütterung kann in der Pferde-Praxis tatsächlich dann problematisch werden, wenn die Qualität des Getreides nicht mehr stimmt. Vor allem falscher Umgang mit dem Futterhafer kann zu einer hohen Keimbelastung und auch Staubbelastung führen. Bei Stichprobentests in den letzten Jahren zeigte sich doch schon jede dritte Probe hier zu stark belastet. Bei hoher Keimbelastung stimmen die Lagerbedingungen meist nicht. Hafer muss nach der Ernte auf 14 Prozent Restfeuchtigkeit sorgfältig getrocknet werden, wird er über längere Strecken transportiert sind 12 Prozent nötig. Anschließend ist eine saubere und trockene Lagerung erforderlich, das Getreide darf auch nicht in der feuchten Stallluft gelagert werden. Um die Keimbelastung nach der Ernte zu reduzieren und um die sogenannte Schwitzphase des Getreides zu überbrücken, wird vor dem Verfüttern allgemein eine Mindestlagerzeit von sechs bis acht Wochen empfohlen. Wird zu frisch gefüttert, steigt das Risiko für Koliken ganz erheblich.
 
Das Litergewicht gibt Hinweis auf den Futterwert
Auf dem Futtermarkt wird Weiß-, Gelb- oder Schwarzhafer angeboten. Schwarzhafer hat einen leicht erhöhten Eiweißanteil. Bei allen Sorten ist der Körnerquerschnitt hellgelb bis weiß. Grauer oder dunkler Querschnitt und dunkle Beläge deuten auf Schimmelpilze, solcher Hafer ist leicht zu erkennen und darf nicht verfüttert werden. Grundsätzlich dürfen auch keine dumpfig-muffigen, verunreinigten oder gar feuchte Partien eingesetzt werden. Auch bei Milbenbefall darf das Getreide nicht verwendet werden. Auf den Milbenkot reagieren viele Pferde heute mit asthmaähnlichen Anfällen. Hafer mit Erde, Staub und Unkrautsamen sollte vor dem Füttern gereinigt werden. Der Restfeinstaub wird bei staubempfindlichen Tieren am besten in der Krippe mit wenig Wasser oder mit Melasse gebunden. Quetschhafer wird, wenn überhaupt, immer nur in kleinen Partien hergestellt und umgehend verbraucht. Die Landwirtschaftlichen Untersuchungsanstalten bieten heute eine praxisgerechte Prüfung auf den Gesamtkeimgehalt von Futterhafer an. Es lohnt sich auch den Futterhändler nach einem solchen Untersuchungsergebnis zu fragen. Der Futterwert und auch die Keimbelastung des Hafers hängen von dem sogenannten Hekto-Liter-Gewicht ab. Schon im vorletzten Jahrhundert durfte Hafer mit einem Viertellitergewicht unter 115,5 g nicht mehr an Armeepferde gefüttert werden. Leichtere Körner haben meist mehr Eiweiß, weniger Energiegehalt, erhöhte Keimbelastung und reduzierte Verdaulichkeit. Das Litergewicht kann mit jeder Haushaltswaage ermittelt werden. Man füllt ein Litermaß und ermittelt das Nettogewicht. Für Pferde wird allgemein Hafer mit einem Litergewicht über 540 g empfohlen, liegt es darunter, kann bei Freizeitpferden vorübergehend mit höheren Futtermengen ausgeglichen werden. Partien unter 460 g haben dagegen einen zu mäßigen Futterwert und sollten auch in der Kleinpferdehaltung nicht mehr eingesetzt werden.

Bei guter Qualität ein optimales Pferdefutter
Insgesamt lässt sich festhalten, bei geprüfter Qualität und mit Ergänzung eines vitaminisierten Mineralfutters ist und bleibt der Hafer, bevorzugt für Freizeitpferde, ein optimales und preiswertes Pferdefutter. Die Futtermenge kann hier dem jeweiligen Bedarf der Pferde gut angepasst werden. Pro Mahlzeit sollte aber höchstens ein Pfund Hafer pro 100 kg Lebendmasse angeboten werden.
 

Quelle Dr. Ines von Butler-Wemken

 

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